Freitag, 30. November 2012
Meine Tasta-Tour oder „ohne Gummi flutscht es besser“



Schon wieder hängt eine Taste... Schon wieder habe ich mich vertippt... Argh.... Schon wider muß ich meine Tischlampe anmachen, damit ich abends meine Tasten sehe... Und die Lampe blendet so fies... Irgendwie nervt das alles zu sehr. Lösungsvorschläge? Klar! Ein Nachtsichtgerät! Oder doch nicht? Dann sehe ich zwar im Dunkeln, aber vertippe mich immer noch. Und die Tasten bleiben dadurch auch nicht seltener hängen. Hm... Was tun? Tasten mit Vaselinespray einsprühen – dann flutschen sie! Aber irgendwas sagt mir, daß es auch einfacher und sauberer geht. Und dann ist da noch dieses Ghosting beim Zocken. Was kann man da machen? Evtl... vielleicht... JA! Das ist es!!! Eine neue beleuchtete mechanische Tastatur ohne Ghostig und möglichst mit NKRO muß her!

Aber wen fragt man da? Den Sohn des Nachbars? Den „Fachverkäufer“ in einem der örtlichen Multimedia-Märkte? Nein! Die Jungs von Google – die wissen bescheid. Die frage ich mal. Und die sagen mir – es gibt da einiges auf dem Markt.

Z.B. die Gaming-Klassiker von Logitech. Beleuchtet, gewohnt gute Verarbeitung, noch verschmerzbare Preise... Aber alle Tastaturen von Logitech sind zur Zeit „auf Gummis“ und da stehe ich nicht so drauf. Ne ne. Die bis jetzt einzige mechanische Gaming-Tastatur von Logitech ist die G710 und soll erst kommen. Der Preis – stolze 149,- EUR. Laut Logitech-Seite. Dankend abgelehnt.

Egal, andere Väter haben auch hübsche Töchter. Mal sehen, was Vater Razer im Programm hat. Natürlich die Black Widow! Mechanisch, beleuchtet, gamingtauglich. Das Design ist Geschmacksache und sagt mir persönlich leider nicht zu. Außerdem hören sich die Schalter irgendwie komisch an. Sie klackern und scheppern und hören sich einfach nicht hochwertig genug an.

Weiter suchen...

Eine relativ junge und mir bis jetzt unbekannte Gaming-Marke – TT eSports. Die Tastaturen werden gut bis sehr gut getestet, sehen gut aus und lassen sich auch noch bezahlen. Aber irgendwas passt wieder nicht. Die fehlende bzw. unvollständige Tasten-Beleuchtung. Wieso beleuchtet man nur ein Paar Tasten anstatt das ganze Tastenfeld zu beleuchten? Bleibt mir ein Rätsel. Schade, TT eSports... Wir hätten Freunde werden können.

Ist da noch was? Gibt's denn keine mechanische, beleuchtete Gaming-Tastatur, die auch „erwachsen“ genug aussieht? Doch, die gibt’s! Sogar zwei Stück – einmal die MK-85 von QPAD und die Vengeance K90 von Corsair!

Die QPAD MK-85
Schlichtes Design, sehr gute Verarbeitung, komplett rot beleuchet. Ghosting? Kein Thema. NKRO? Jepp! Und dann hat sie noch die Cherry MX-Schalter wahlweise in black, red oder brown. Wow! Hört sich perfekt an! Kaufe ich mir! Was sagt denn das Preisschildchen? Oh... Stolze 149,- EUR Hm... Die Tastatur ist schon sehr gelungen, aber der Preis lässt mich mir die Corsair Vengeance K90 genauer anschauen.

Die Corsair Vengeance K90



Edles Alu-Design, perfekte Verarbeitung, ebenfalls komplett beleuchtet in glücklich machendem Blau, Cherry MX-Red-Schalter, 20KRO über USB, 18 Makro-Tasten 3fach belegbar, Lautstärkeregelung über ein Alurädchen + Grundsteuerung für Multimedia.



Perfekt, oder? Na ja, fast. Leider sind nicht alle Tasten der K90 mechanisch. Die 18 Makro-Tasten, ESC, die F-Tasten, sowie der Tastenblock über den Pfeiltasten (Bild auf/ab und so) sind herkömmliche Rubberdome-Tasten...






Wieso, Corsair, wieso? Aus Kostengründen? Würden 40 weitere MX-Red-Schalter die Tastatur so viel teurer machen? Wohl kaum... Oder doch? Das bleibt mir ein Rätsel. Aber andererseits... Ist es denn soooo schlimm, daß die Tasten, die eh seltenst genutzt werden, nicht mechanisch sind? Eigentlich nicht, oder? Nein, definitiv nicht!
Die Beleuchtung wird über eine oben sitzende LED pro Schalter realisiert. Vorteil – jede Taste wird gleich hell ausgeleuchtet. Nachteil – tiefgestellte Zeichen, z.B. Ziffern in der oberen Reihe, Koma, Punkt und Bindestrich sind aufgrund ihrer Position etwas schwächer ausgeleuchtet. Preis – knappe 120,- EUR. Nicht gerade ein Schnäppchen, dennoch günstiger als QPAD.

Was tun? Beide Tastaturen sind sehr gut und gefallen auf Anhieb. Jetzt gilt es ein gutes Angebot zu finden. Die QPAD gab es eine Zeit lang für knappe 130,- EUR inkl. Versand zu kaufen. Nun ist diese Zeit vorbei – unter 140,- EUR geht momentan kaum was.

Anders ist es bei der K90. Die Preise sind leicht gefallen und am Fluß gibt’s die K90 als Kundenrückläufer für schlappe 73,19 EUR. Zustand – wie neu.
Darauf vertraut, gekauft und... Sie ist wirklich nicht von einer neuen zu unterscheiden! Sogar diverse Schutzfolien sind noch dran. Funktionstest – alles läuft und sieht einfach nur genial aus und passt zu meinem restlichen System optisch sehr gut.

Für den Preis bin ich mit der Tastatur mehr als zufrieden. Der Tastenanschlag ist präzise und es schreibt und spielt sich mit der K90 sehr angenehm. Tatsächlich vertippe ich mich jetzt kaum noch. Was etwas stört ist die relativ hohe Lautstärke der MX-Reds, denn hier trifft beim Betätigen des Schalters Hartplastik auf Hartplastik. Doch dafür gibt es Abhilfe in Form von so genannten O-Ringen (keine Ohrringe!!!). Das sind kleine Gummiringe, die von unten auf die Kappen der einzelnen Tasten gestülpt werden und so den Schlag absorbieren. Wie man sieht, ganz ohne Gummi geht’s dann doch nicht. Oder man holt sich doch die MK-85 von QPAD mit den MX-Brown-Schaltern, wo wir jedoch wieder beim Thema Preis wären.

Sicherlich gibt es auch andere tolle mechanische Gaming-Tastaturen mit Beleuchtung, ich für meinen Teil habe meine perfekte Tastatur in der K90 gefunden, denn für mich ist sie ein sehr gut ausbalanciertes Produkt und bleibt selbst nach der O-Ringe-Modifikation immer noch günstiger als die MK-85.